Natur um den Hirzel

Kathleen Höhn

Kathleen Hoehn Von Mai 2012 bis Dezember 2012 war ich zu 80% und von Januar 2013 bis Ende Juni 2013 zu 60% in der Bergpraxis als Assistenzärztin angestellt.

Ich habe eine sehr wechselhafte Zeit erlebt: die Pensionierung von Dr. Baumann und Dr. Grubenmann, sowie der Beginn ihrer Nachfolger Dr. Rommel und Dr. Christ. In der Gruppenpraxis habe ich lernen können, dass es verschiedene Arten und Weisen gibt, Dinge zu erledigen und anzupacken. Auch mir wurde die Freiheit gelassen, meine Art und meine Arbeitsweise in das Team einzubringen. Ich konnte von Anfang an selbständig arbeiten. Wenn ich danach fragte, standen mir Dr. Morello, Dr. Rommel und Dr. Christ stets mir Rat und Anregungen zur Seite, trotz Zeitdruck und voller Sprechstunden. Dieser professionelle Austausch hat mir sehr gefallen.

Die Arbeit in einer Landarztpraxis ist vielfältig. Das Leben von Anfang bis Ende mit all seinen Facetten und Schwierigkeiten wird in der Sprechstunde behandelt; sei es eine Grippe, ein Herzinfarkt, eine persönliche Krise, die Diagnose Krebs, eine Wunde die genäht werden muss… Manchmal führt es einem vor Augen, was man noch alles können sollte, wissen sollte – das hat mich manchmal frustriert und geärgert… Doch dank der Patienten, die einem Vertrauen, Wohlwollen, (meistens) Geduld und Dankbarkeit entgegen bringen, relativiert sich das Ganze, es berührt einen, dass man das Privileg hat, an ihrem Schicksal teilzunehmen und sie ein Stück weit begleiten zu dürfen. Man ist nicht der gesichtslose Assistenzarzt, wie in der Klinik. Diese Wertschätzung und das Vertrauen von Anfang an hat mich beeindruckt.

Der Arbeitsalltag in der Hausarztpraxis ist streng, man ist Ansprechperson, man berät, man übernimmt Verantwortung. Man muss lernen, mit Unsicherheiten umzugehen. Das ist nicht immer einfach. Dennoch konnte ich in diesem Jahr sehr viel lernen, erleben und beobachten. Viele Geschichten und Schicksale der Patienten werden mir in Erinnerung bleiben. Die Zeit im Hirzel war für mich etwas Besonderes.

Ob ich es wieder tun würde? Auf jeden Fall.


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